Gieo

Notizen

Gieo (gjèo), Singular Giao (gjào) ist der Name der südlichen Echsenclans im Hohen Elbendialekt. Sie waren das dritte Volk auf Qiemsua, welches dem Machthunger und der Zerstörungswut Thiufions in Gestalt der Imperiumserweiterungskriege Tamgiajieu zum Opfer fiel. Gelegentlich wird auch von Echsen die Rede sein, was hier als Synonym für die Gieo zu verstehen ist.

Aussehen

Ein Giao ist von seiner Gestalt her ein schwer zu beschreibendes Wesen. Er hat das Aussehen einer großen Echse, besitzt aber eine Arm- und Beinmuskulatur, die der humanoider Rassen ähnelt. An Füssen und Händen haben die Gieo je drei ausgeprägte Finger mit bis zu 4cm langen Krallen. Die Haltung ihres dünnen (nicht so dünn wie bei Schlangen, sondern eher dürr)Körpers ist stets geduckt, wobei die Beine (nach hinten) angewinkelt sind und der schmale Hals parallel zur Erde verläuft. Das Gesicht wäre mit dem Leguans noch am ehesten zu vergleichen, wobei nur die Männchen einen Kamm auf dem Kopf bekommen, der sich über die ganze Wirbelsäule bis zu der Schwanzspitze hinwegschlängelt. Der Schwanz mit einem Ansatzdurchmesser von bis zu 10cm ist im Normalfall so lang wie sein Träger, in geduckter Haltung sind es rund 0,80m. Die Fortbewegung erfolgt mal zwei, mal viergliedrig oder was noch besser ist - schwimmend. Die Gieo sind ausgezeichnete Schwimmer und dazu in der Lage, bis zu zwei Tage unter Wasser zu bleiben, ohne Luft zu holen. Zwischen den drei großen Fingern der Hände und Füsse sind Schwimmhäute, dank denen unter Wasser Spitzengeschwindigkeiten möglich sind. Die Nahrungsquelle bilden die zahl- und bestandreichen Fischgründe vor den Küsten.

Aufgrund der dünnen Zunge, kaum ausgebildeter Lippen und schmaler, kleiner (aber spitzer) Zähne fällt es den Gieo ungeheuer schwer, den Elbendialekt zu meistern. Nur wenige schaffen es und auch bei diesen hört man den Akzent deutlich heraus. Im Gegenzug ist ihre Sprache aus tiefen Gurgeltönen und hohen Zischlauten nur bedingt mit den Lippen eines Elben oder Menschen formbar, auch mit unserer Lateinschrift ist das Festhalten dieser Worte unmöglich, ohne den Wert der Buchstaben zu verändern (was bei allen Gieo-Worten in diesem Beitrag auch gemacht worden ist).

Lebensraum

Städte

Die Gieo bauen ihre "Städte" nicht direkt an den Küsten, sondern etwas dahinter. Die einzelnen Gebäude sind lediglich Hügel von aufgeworfener Erde, Schlamm, je nachdem, was da ist. Sind diese Hügel erst einmal aufgeworfen, graben die Gieo Tunnel hinein und legen mehrere Räume an. Die Höhe und Üppigkeit des Hügels sind dabei vom Rang des ihn bewohnenden Giao abhängig. Ein als Palast zu bezeichnender Hügel wäre 30m im Durchmesser und genauso hoch. Das Minimum der Höhe einer Gieobehausung liegt bei zwei Metern. Nach der Ankunft der Albie haben diese sich natürlich auch eingerichtet indem sie an den Stadträndern Verwaltungsgebäude in elbischem Baustil angelegt haben.

Kultur

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die Männchen, ungeachtet ihrer geringen Körpergröße und nicht allzu großer Kraft äußerst aggressiv sind. Die Tatsache, dass sie nur etwa vier Jahre lernfähig sind und danach bereits als erwachsen durchgehen wirkt dem nicht gerade entgegen. Der Verstand eines normalen Giao-Männchens beschäftigt sich mit kaum mehr als den drei Fragen. Erstens: Wann werde ich heute fressen?; zweitens: Was werde ich heute fressen?; drittens: Wem haue ich heute den Schädel ein?. Im Kampf sind die Gieo-Männchen äußerst flink und wendig, wenn auch ziemlich berechenbar, da sie sich einen Dreck um Angriffstaktiken scheren und immer frontal drauflos rennen. Als Waffen dienen ihnen entweder die bis zu 2cm langen Krallen oder auch meterlange verzierte Holzspeere, welche sozusagen die 'Volkswaffen der Gieo' schlechthin sind. Bei ganz ausgezeichneten 'Kriegern' finden sich sogar [[waffen:Dazi]] aus einer unqualitativen Bronzelegierung. Die Dazi sind ebenfalls eine Erfindung der Echsen.

Bei den Weibchen liegt der Testosteronspiegel natürlich wesentlich tiefer und auch wenn man auch diese Geschöpfe nicht gerade als Leuchten am Nachthimmel bezeichnen kann, so geht ihr Weltverständnis doch über den 'Kreislauf von dreschen und verdroschen werden' hinaus. Sie haben eine längere Lernphase und so ist es kein Wunder, warum sie die politischen Fäden rund um den Aemsim in den Händen halten. Die Männchen ordnen sich ihnen gerne unter, solange sie von ihren Anführerinnen genug Ziele zum Töten und Kaputtmachen zur Verfügung gestellt bekommen. Eine friedliche Clanmatriarchin gilt folglich als absolute Niete.

So lebten die Gieo lange Zeit in Ruhe und Krieg. Mit der Ruhe war es schließlich aus, als ein Clan bei der Ostküste eine anderthalb Meter hohe Goldstatue in ihren Besitz brachte. Diese Statue wurde von Jägern im Dschungel gefunden und sollte ihrer Meinung nach die Meeresgottheit Rar darstellen. Weil die Gieo von Natur aus glitzernde Sachen lieben und der Besitz einer solchen ein hohes Ansehen verleiht, nahm sich die Clancheffin die Freiheit heraus, sich zur Herrscherin der Welt von Rars Gnaden zu erklären. Diese Tat bewirkte so ziemlich genau das Gegenteil davon, was sie sollte, denn nun sandten alle Clans, die mehr als zehn Männchen entbehren konnten, ihre ganze Streimacht aus, um die Statue in den eigenen Besitz zu bringen. Die 'Weltenherrscherin' wurde schnell ausgeschaltet und ihre 'Nachfolgerin' ließ die machtvolle Statue in ihre Stadt tragen, nur um sie dann binnen weniger Jahre an die nächste Streitmacht zu verlieren. So begann für die Statue des Rar die wohl größte Wanderschaft ihrer Existenz, da kein Clan es schaffte, das begehrte Objekt mehr als fünf Jahre hintereinander in seinem eigenen Besitz zu behalten.

So ging das über Jahrhunderte hinweg, bis ein entscheidendes Ereignis das Schicksal der Echsen aufs Schlimmste umwälzte. Eines Tages verirrte sich eine Fischergruppe der Gieo auf der offenen See. Nach tagelangem stets der Nase nach landeten die Unglücklichen auf einer Sandbank - nicht weit von einer Albie-Siedlung an der Mündung des flüsse:Singcia-Flusses. Die Elben hielten sie erst für wilde Echsen, doch als sie hörten, dass sich die Wesen miteinander unterhielten und bei einigen von ihnen Speere entdeckten, war die Verwunderung groß. Sie beruhte auf Gegenseitigkeit, denn auch die Gieo sahen elbenartige Wesen zum ersten Mal. Die seltsamen Echsen wurden nach Qimsao geschafft wo man nach tagelangem "Verhör" aus Mimik, Gestik und Zeichnungen genug Informationen über die Heimat dieser Wesen hatte, dass man sie im Süden küstenabwärts dachte. Erstmalig richtete Thiufion interessiert seinen Blick nach Süden. Gerade waren die Tengu in das Imperium eingegliedert worden und die Entdeckung des Echsenvolkes kam sehr gelegen.

Die Expedition bestand aus vier Handelsschiffen, mit einigen Ballisten und Blumengardisten versehen. Die Forscher fanden das Gieomin, fanden die Gieo und, was ihnen am meisten Freude bereitete, sie fanden besonders im Süden große Lagerstätten verschiedenster Edelsteine. Die stolzen Giaokrieger wurden in der Folgezeit ohne wenn und aber unterworfen, ihre zersplitterten Streitmachten hatte der Imperialen nichts entgegenzusetzen. Es folgte eine große Demütigung der Kultur, da Thiufion die Rar-Statue beschlagnahmen ließ und Waffen samt Kriegsführung untereinander verbot. Man kann es sich wahrscheinlich vorstellen, wie die Gieo ihr neues Oberhaupt nach dieser Tat mochten.

Gesellschaft

Im Grunde bilden die Weibchen auch unter der Drachenherrschaft die Verwaltung der Städte und Unterprovinzen. In den Verwaltungsämtern findet man nur selten Albie, was daher rührt, dass ihnen die Giaosprache ein Greuel ist. Die Weibchen ihrerseits haben sich problemlos die elbische Silbenschrift angeeignet und schicken, wie es auch in den anderen Provinzen üblich ist, wöchentlich Bericht an den elbischen Hauptverwalter der Gieomin. Die Männchen üben heutzutage verstärkt Handwerk aus, manche haben sich seefahrerisch ausgerichtet und segeln mit ihren Verkaufsgütern die nördlichen Hafenstädte an. Auch das Militär interessiert sich für Gieomännchen, weil sie die besten Voraussetzungen für Kundschafter und Spione liefern und niemals viel darüber nachdenken, was sie gesehen haben.

Kultur

Religion

Dem Glauben nach schuf die Meeresgottheit Rar alle Gieo. Sie sind so etwas wie ihre Kinder. Rar fordert Huldigung und Opfergaben, welche jeder Clan für sich zu verrichten hat. Das Opfer besteht in der Jahrtausende alten Tradition darin, dass man sich vor das Meer hinstellt und wenn eine Welle an das Ufer kommt, etwas in das Wasser hineinschmeisst. Sei es nun ein Stein, eine vorbeilaufende Krabbe oder der Fischkorb des Nachbarn - Rar wird als sehr tolerant und bescheiden angesehen. Die Rechnung scheint auch aufzugehen, denn nicht umsonst nennen die Albie dieses Meer das Stille Wasser. Doch wehe, wenn Rar doch einmal erzürnt wird. Dann werden binnen kürzester Zeit ganze Landstriche überflutet, oder die Fischbestände werden kleiner - wenn so etwas passiert, muss man stets mit Tausenden von Opfern rechnen.

Heilkunde

Auch wenn man es gerade von diesen am wenigsten erwarten würde, so besitzen die Gieoweibchen ein ausgezeichnetes Wissen in Heil- und Kräuterkunde. Die Giaomedikerinnen gelten als die besten des ganzen Imperiums und die mit Abstand beste medizinische Universität steht in der Echsenhauptstadt Eleze. Der erste Pflanzenkatalog, der alle bekannten Eigenschaften verschiedenster Gräser, Blumen und Kräuter beschreibt, stammt aus dem Pinsel einer Giao.

Geschichte

Die Geschichte der Gieo vor der Eroberung durch den Drachen ist nicht durch große Umwälzungen bestimmt. Ihre Ursprünge, so sagen sie selbst über sich, liegen im Wasser. Ihre Ahnen verließen das Meer und siedelten fortan an den Küstengebieten desselbigen. Dieses Meer, das große Binnenmeer Aem-sim (Stilles Wasser), wie die Albie es später nannten, liegt im äußersten Südwesten von Qiemsua. Nirgends auf der Insel gibt es so lange Sonnentage wie hier, nicht einmal in der Wüste Amseyo. Das Klima ist schwül, feucht und heiß und als solches am angenehmsten für die Gieo. In ihren Hügelstädten besiedeln die Echsen alle drei Küsten des Aemsim((?)). Die Nordküste ist der Süden einer Halbinsel und wird von schwer passierbaren Mangrovensümpfen bestimmt. Die Ostküste weist einen Sandstrand auf, der an die dunklen Dschungel anschließt. Die Südküste ist wiederum der Norden einer anderen Halbinsel, der zwar auch tropisch umwittert ist, an sich aber ein Hochland darstellt. Steile Felsklippen bilden hier den Übergang zum Meer.

So die Echsen ihren Ursprung im Aemsim wähnen, so bildete sich natürlich schon früh der Kult einer Meeresgottheit aus. Als zu Beginn der Gieo-Kultur die einzelnen Clans noch unabhängig voneinander an verschiedenen Küstenabschnitten ihr Dasein fristeten, war der Glaube an 'Rar' (elbische Silbe, in Wirklichkeit wäre Rr-r richtiger) das bindende Element zwischen ihnen. Die Sippenanführer waren Weibchen, die zugleich die Funktion eines Orakels erfüllten und auf Schildkrötenpanzern sogar Schriftstücke erstellten. Das Problem dieser 'freien Zeichenschrift' war nur, dass spätestens nach dem Tod der Verfasserin keiner mehr in der Lage war, das Gekrakel zu entziffern. In der Folgezeit wuchsen mit den zunehmenden Kontakten zwischen den Clans gleichzeitig die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen ihnen. Das hatte nicht etwa den Zweck, Land zu erobern, sondern diente in erster Linie den Männchen dazu, sich abzureagieren.

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