Khwablag

Notizen

Die Khwablag sind ein Orkvolk mit Wurzeln in Sutlan, das im Grenzgebiet zwischen dem Naligna- und dem Achongwald vorkommt. Die Jahrhunderte und Tausende Meilen Trennung von ihren Verwandten haben die Khwablag auch optisch distanziert. Die Merkmale ihrer Rasse sind 1,80-1,90m Größe, ein schmächtiger, wenn auch sehr muskulöser Körper, fahlgrüne Haut, fliehende, kleine Stirn, braune bis graue Augen, große Hauer, rote Kopfhaare, die sich bei Männern mit einem Vollbart verbinden. Grundsätzlich kann man den Khwablag auch den kriegerischen Charakter anderer Orks zuschreiben, wobei sie sich aber eher auf ihre Spione als auf den Instinkt verlassen, um Schwachstellen der Nachbarn herauszufinden.

Landesnatur

Die territorialen Besitzungen der Khwablag beschränken sich fast ausschließlich auf die Gebirgskette der Yagh, welche die natürliche Grenze zwischen den dichten Wäldern der Nalingturianer auf der einen und der Hainlandschaften der Achong auf der anderen Seite bildet. Hier kontrollieren die Orks alle wichtigen Handelspassagen und Brücken, auch ein geringes Umland an Wald gehört ihnen. Die Jahreszeiten sind spürbar, in den Morgenstunden werden die Berge stets - außer im Winter - von einer dicken Nebelschicht umhüllt. An den tieferen Berghängen wächst tierreicher Mischwald, darüber Nadelwald und weiter oben findet man Strauch- und Grasflächen.

Ernährung

Die Existenzgrundlage im Gebirge ist Jagen - eine der Lieblingsbeschäftigungen der Orks. Mit Speer und Jagdmesser bewaffnet suchen die Jäger nachts - wenn sie am besten sehen können - nach Hirschen, Wiesents, Wollnashörnern und Bären. Dabei gilt - je größer das erlegte Tier, desto mehr Achtung gebührt dem Jäger. Weil die Jagd nun doch recht kompliziertes Handwerk ist und nicht jeder auf Ehre aus ist, tun sich Männer häufig zu Jagdtrupps zusammen, wobei das Tier strategisch in die Enge gejagt und dann erlegt wird. Weil keine Überjagung von Gebieten stattfindet, regulieren sich die Wildbestände und die Nahrungssituation ist sehr gut.

Nutztiere

Die Khwablag verwenden Gebirgskatzen zur Jagd von kleineren Säugetieren wie etwa Hasen. Die Gebirgskatzen sind luchsähnlich, aber grau und haben eine bessere Sprungkraft als diese. Viehzucht wird bei den Khwablag nicht betrieben, aber gezähmte Wollnashörner dienen als Pack-, Reit- und Kriegstiere. Ein erwachsenes Wollnashorn kann zum Beispiel vier Khwablagmänner und eine Balliste auf dem Rücken tragen.

Häuserbau

Die Hütten, Versammlungshallen und Paläste der Khwablag sind aus Kaliehstein errichtet, das in mehreren Steinbrüchen des Landes abgebaut wird. Die Steine werden standardmäßig zu dreieckigen 60 x 60 x 60 cm großen Platten geformt und bilden die Grundeinheit der meisten Orkgebäude. Wie ein Mosaik werden die halbkugelförmigen Gebäude zusammengefügt, die Platten der oberen Schichten werden geneigt und an den Kanten abgeschliffen, um den Durchmesser zu verringern. Zusammengehalten wird das alles durch ein verdünntes Gemisch aus Vogelexkrementen. Zur Lage der Häuser muss man sagen, dass nur die Großen davon auf gerader Ebene stehen. Sämtliche Wohngebäude des gemeinen Volks liegen da, wo ihre heutigen Besitzer einmal freien Platz zum Bauen gefunden haben.

Geschichte

Die Khwablag stammen ursprünglich aus Sutlan und waren einst mit den dortigen Orks identisch. Nach einem gescheiterten Versuch der Machtübernahme wurde der gesamte Khwablag (Fünfter Stamm) in Schande verjagt. Auf der Suche nach neuem Land streiften die Verstoßenen mordend und plündernd nach Norden. Durch ein Gerücht erfuhr der Häuptling Mkar von den unendlichen Weiten des Kontinents im Osten. Sie eroberten einen kleinen Hafen und segelten mit den Schiffen, die sie auftreiben konnten, nach Osten. Wochen darauf erreichten sie die Küste. Schon da erkannte Mkar die vorteilhafte strategische Lage des Gebirges, das die Khwablag später einmal Yagh (Heimat) nennen sollten. Nach ersten Versuchen einer losen Plündergemeinschaft in Nalingtur wurden die Orks eines besseren belehrt und zogen sich ins Gebirge zurück, wo sie Städte aufbauten, ihre Nachbarn ausspionierten und nur sehr dezentral angriffen.

Religion

Die Religion der Khwablag beschränkt sich darauf, alte Helden des Stamms, selbst die vorzeitlichen aus der Sutlanperiode, zu verehren und ihnen in allen Belangen nachzueifern. Diese Helden bekommen nach ihrem Tod einen ehrennamen und gewinnen umso mehr gottgleichen Status, je weiter ihre Lebenszeit zurückliegt. Feiertage gibt es keine. Eine Schicht von Astrologen in der Orkgesellschaft, die sich aus den früheren Schamanen entwickelt hat, deuten in ihren Observatorien die Sternbilder. Da traditionell jeder gestorbene Held einem Stern zugewiesen wird, kann sein Auftauchen, Bewegen oder Erlöschen am Himmel ein Omen bedeuten, welchem alle Khwablag blind folgen - ganz gleich welchen Alters, Geschlechts oder Standes.

Magie

Magie liegt den Khwablag nicht - sie verlassen sich lieber auf ihren Körper. Die wenigen aus Achongal geschmuggelten Schriften über die Magieanwendung, die zu astronomischen Preisen auf den Märkten in Yagh gehandelt werden, finden kaum Interessenten, weil nicht einmal die Gelehrtesten die Elbenschrift verstehen. Auch die Astrologen können nicht zaubern sondern nur deuten und vorhersagen.

Staatsform

Nach alter Tradition ist Despotie das Mittel, um in Yagh an der Macht zu bleiben. Stirbt einmal ein König, so versammeln sich in den großen Stadthallen jeweils die Stadtbevölkerungen und wählen aus ihrer Mitte einen Kandidaten. Reichsweit sind es etwa zwanzig Kandidaten. Jetzt entscheidet die Frage, wer denn die größte und mobilste Streitmacht unter seinem Kommando weiß. Wenn er sich behaupten kann, wird er König. Das Gesetz spricht ihm die Kontrolle über alle Khwablag zu und der gute Ton fordert von ihm, alle seine ehemaligen Gegenkandidaten aufzuspüren und zu köpfen. So herrscht er bis an sein Lebensende über sein Militär- und Minenreich.

Die Gesellschaft lässt sich in mehrere Schichten Gliedern. Die heißt von oben nach unten - König, Generäle, Krieger(stehendes Heer), Jäger, Astrologen, Handwerker, Minenarbeiter, Kaufleute, Frauen, Goblins. Jeder sollte seinen Platz genau kennen, wenn man am Leben hängt. Das Armut-Reichtum-Gefälle stimmt damit nicht ganz überein, denn viele Astrologen und Kaufleute stehen finanziell nur unscheinbar unter den Generälen. Das staatstragende Gesetz lautet - wer meckert, verliert den Kopf - im wahrsten Sinne des Wortes, deswegen gehorchen alle Orks und vertrauen sehr ihrem König.

Städte

Die Städte der Khwablag sind meistens an Berghängen angelehnt, weshalb sie schon aus der Ferne als graue Flecken sichtbar sind. Eine jede Stadt verfügt über ein Observatorium, eine alles überragende Versammlungshalle, eine oder mehrere Garnisonen, Pferche für Wollnashörner und ein Handwerksviertel. Die Wohnhäuser umsäumen all das in einem form- und ästhethiklosen Muster. Alles, was nicht über diese Institutionen verfügt gilt als Dorf. Das sind vor allem die entlegenen Abbaulager der Kaliehsteinbrüche und Silberminen. Die Bevölkerung ist zu drei Fünfteln in den Städten vertreten, Neugründungen finden nur dann statt, wenn eine zugängige Rohstoffader geortet wurde.

Die größten Städte sind Erbma, Khuzp, Almab, Yat, Kotaqup und Fer. Eine feste Hauptstadt gibt es nicht, da ein neuer König in der Regel seine eigene Stadt zur Hauptstadt ausruft. Aufgrund ihrer schwer zugänglichen Lage im Gebirge sind diese Städte sehr leicht gegen Angreifer zu schützen. Das Straßennetz ist gut ausgebaut - die ausgestampften Straßen erlauben einem Wollnashorn die ungehinderte Passage, die wichtigsten Handels- und Transportwege bieten sogar drei Wollnashörnern nebeneinander Platz.

Technischer Stand

Durch den ständigen Kontakt mit den Nachbarn hat sich der technologische Stand diesen im großen und ganzen angenähert. Die Waffen werden zwar aus Stahl, aber nach Formen und Art der Achong-Glaswaffen gefertigt. Die grünen Roben der Nalingturianer sind eine Modeerscheinung, der vor allem Astrologen nachgehen. Auch die Schrift wurde, mit einigen Modifikationen, aus Nalingtur übernommen und wird vorwiegend für die Beschreibungen der Sternkonstellationen genutzt. Weil der Yagh weder eine Küste noch schiffbare Flüsse hat, treibt es keinen Seehandel.

Handel

Achongal und Nalingtur sind die Haupthandelspartner. Auch die Hauptverbindungsstraße zwischen diesen beiden Ländern führt über die in Friedenszeiten viel befahrene Yagh-Achse. Diese Stellung als Knotenpunkt führte zu einem gewissen Wohlstand des Yagh, was aber nicht den Drang nach Kriegsführung unterbinden kann. Die exportierten Waren sind Kalieh, Silber und Nashornwolle, importiert werden Wein, Lampen und Produkte aus Glas und Feenstein. Von freundschaftlichen Beziehungen kann hier dennoch nicht die Rede sein, denn die Handelspartner sind den Orks unterm Strich egal und werden eher als lästiges Mittel zum Zweck angesehen.

Die Währung ist der Bolg - eine Münze aus Silber, wobei die Qualität der Legierung über ihren Wert bestimmt. Der Bolg hat einen sehr instabilen Kurs und eigentlich weiß man nie, was man dafür kriegt. Tauschwirtschaft ist bei den Khwablag weit verbreitet.

Berufe

Die staatstragenden Berufe sind Jäger und Bergarbeiter. Die Jäger genießen im Gegensatz zu den Arbeitern ein hohes Ansehen in der Gesellschaft. Die Jäger tragen graue, gut gearbeitete Kapuzenumhänge über einem Fellwams mit ausgesprochen dickbeinigen Lederhosen. Ihr Markenzeichen ist der schwarze Gürtel mit dem Krähensymbol. Die Arbeiter sind dagegen dreckig und stets in zerrissenen Lumpen anzutreffen. Die Handwerker gliedern sich in viele Abteilungen, vor allem natürlich Schmiede und Nashornzüchter. Sie geniessen einen guten Lebensstandard und tragen ganz neutrale Wolltuniken und -wamse. Ein anderer, für den Staat sehr wichtiger Beruf - der Kaufmann - wird geächtet, aber doch von vielen ausgeführt. Der Grund für die Geringschätzung ist der Zweifel an ihrer Loyalität gegenüber dem Staatsoberhaupt. Tatsächlich sind die meisten Kaufleute hier und da korrupt und arbeiten nur für den eigenen Geldbeutel.

Minderheiten

Weder Nalingturianer, noch Achong ziehen freiwillig in den Yagh. Eine andere Minderheit bestimmt jedoch das Leben des Gebirgsstaates enscheidend. Dieses Volk sind die Goblins. Man trifft die Goblins überall in Yagh an, aber nirgendwo einen freien. Ursprünglich aus Sutlan mitgenommen, bekleiden diese kleinen Kerle traditionell die Sklavenschicht. Sie verrichten niedere Arbeiten wie Kochen, Putzen oder den Besitzer unterhalten. Ein Hausgoblin ist Pflicht für jede Familie, die was auf sich hält, ein König hat an die zweihundert davon. Neben den niederen Arbeiten werden sie auch als Spione in die Nachbarländer geschickt, um herauszufinden, wann die Zeit für einen Angriff auf diese günstig ist. Weil Aufstieg in der Orkgesellschaft ausgeschlossen ist, fliehen viele Goblins in die Achong- und Nalingturlande und schließen sich dort zu streunenden Banden zusammen.

Konflikte

Die Konflikte mit den Nachbarvölkern werden immer von den Khwablag ausgelöst. Wenn der König Blut wittert, schlägt er sofort zu. Dass sein Traum von der großen Expansion nie allzu weit kommt, hindert ihn nicht daran, es später noch einmal zu versuchen. Das Vorrücken geschieht immer in der Nacht, ebenso ein Angriff mit Feuer auf die Grenzstädte. Die Armee ist recht leicht bewaffnet, stählerne und einige gläserne Kurzschwerter sowie Äxte und Wurfspeere bilden die Bewaffnung, schwere Rüstungen werden nicht genutzt. Das Wahrzeichen der Khwablag ist der sogenannte Stinktopf. Dieses runde Lehmgefäß wird über die feindliche Mauer geworfen und gibt beim Zerschellen einen ohnmachterregenden Gestank aus, der die Verteidiger ausschalten soll.

Aber die Khwablag haben nicht die Erfahrung, um langwierige Kampagnen durchzuführen. Deswegen beschränken sie sich meistens darauf, plündernde Gruppen zu den Nachbarn zu schicken, die aber offiziell als Verstossene gelten und somit der König nicht für sie verantwortlich gemacht werden kann.

Herausragende Personen

Mkar, Begründer des Staates Yagh

Diskussion

Noch keine Themen vorhanden