Myhrr

Notizen

Es gibt wenige Dinge, welche in den Tunneln des Nielichts so gefüchtet sind, wie plötzlich vor sich in der ewigen Schwärze, drei gewaltige Augenpaare zu erblicken. Die Myhrr gehören neben den Drachen, zu den mächtigsten und grausamsten Wesen, welche man auf und auch unter Dâse finden kann.

Aussehen

Sehr wenige können von sich behaupten schon einmal einen Myhrr gesehen zu haben und nur der geringste Bruchteil dieser kam auch nur mit dem nackten Leben davon. Daher sind die Beschreibungen der Myhrr sehr verschwommen und unterscheiden, oder wiedersprechen sich gar. Daher kann man nur äußerst Wenig über diese grausamen Wesen berichten, ohne das Reich der Spekulation und Dichtung zu betreten.

Ihre Körpermaße sollen denen von Drachen gleich kommen und es heißt, ihre Schulterhöhe beträgt nicht weniger als 5 Schritt. Die Haut dieser gewaltigen Wesen ist pechschwarz, genauso wie das :Nielicht selbst und mit dicken Panzerplatten überwachsen. Besonders über den Hals zum Rücken hin, wachsen sich diese zu bizzaren Formen aus, welche nahezu senkrecht vom Körper des Myhrr abstehen. Hierbei sind sich alle Geschichten, Berichte und Aufzeichnungen einig.

Der Körper der Myhrr hatt sich, offensichtlich über Jahrhunderte und Jahrtausende hinweg, perfekt an das Leben und Jagen in ewiger Finsternis angepaßt. Dies beginnt schon bei den drei Augenpaaren, welche auch noch in der absoluten Dunkelheit des Nielichts perfekt zu sehen vermögen. Viele Mythen ranken sich allein um diese angsteinflößenden Augen, welchen die unglaublichsten Eigenschaften zugeschrieben werden. Wie so oft, vermag aber niemand mit Sicherheit zu sagen, was davon Fackt und was nur pure Dichtung ist. Viele Berichte von Überlebenden, erzählen aber von einer großen Lichtscheu. Grelles Licht scheint diesen Augen geradezu körperliche Schmerzen zuzufügen.

Von Knochenpanzern überwachsen, führt der lange Hals zwischen den Schultern nach vorne. Der Kopf ist, wie der Rest des Körpers, gewaltig und verfügt über einen Kiefer, welcher dem eines Drachen an Kraft in nichts nachsteht. Allerdings sitzen keine Zähne im Maul des Myhrr, sondern der Knochenpanzer, welcher den gesammten Kopf umgiebt, wächst sich in messerscharfe, zahnähnliche Strukturen aus.

Viele Aufzeichnungen, welche die Myhrr erwähnen, berichten ebenfalls von einer seltsamen Verbindung dieser Wesen und der Zahl sechs. So soll sich dieses bereits am Körper dieser furchteinflößenden Jäger erkennen lassen. Ein Myhrr verfügt über sechs Augen, sechs Arme und sechs Beine. Selbst an ihren Händen befinden sich sechs Finger, wie berichtet wird.

Die zwei Hauptarme unterscheiden sich kaum von denen eines Menschen, bis auf die Knochenplattenfortsätze und die gewaltigen Krallen, in welchen die Fingern enden. Dagegen heißt es, das zweite Armpaar, welches nach oben hin aus dem Körper läuft, sei durch seine unnatürliche Länge und Dünne von einer bizarren Form. Jene Arme würden hauptsächlich zum Klettern benutzt, berichten einige. Andere wiederum behaupten, diese Arme dienen einzig und allein zum schnellen Ergreifen der gejagten Beute. Das dritte und letzte Armpaar, welches zwischen den beiden vorherigen sitzt, endet dagegen nicht in Klauen, sondern jeweils in einer Knochenstruktur, welche an eine nachtmarische Kreuzung zwischen Schild und Stachel erinnert. Diese würden zumeist vor der Brust des Myhrr liegen, könnten wohl aber, durch die Fünfgliedrigkeit des Armes, sehr schnell vom Körper wegschnellen. Welchem genauen Zweck diese Arme dienen, darüber herrscht in allen Berichten nur wilde Spekulation. Am wahrscheinlichsten sind jedoch jene Annahmen, nach denen die Knochenfortsätze entweder als Waffe, Schild oder gar als beides, gegen gleichgroße Feinde eingesetzt werden.

Myhrr bewegen sich äußerst schnell und - wenn man den Berichten glauben Scheneken will - absolut geräuschlos auf sechs Beinen vorwärts, welche an die einer Spinne erinnern. Diese sollen sich auch hervorragend zum Klettern eignen, da einige Quellen berichten, Myhrr würden oft an höhergelegenen Positionen und sogar kopfüber an der Decke auf ihre Beute lauern. Ebenfalls wird allgemein angenommen, daß diese Beine äußerst sensibel auf geringste Erschütterungen im Boden reagieren. So können Myhrr potentielle Beute schon über Meilen hinweg orten, heißt es.

Ob es unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Myhrr gibt, oder ob überhaupt verschiedene Geschlechter der Myhrr existieren, darüber weiß man nichts.

Geschichte

In den Geschichten über die Zeit, als die Völker Dâses noch jung waren, finden an einigen wenigen Stellen auch die Myhrr Erwähnung. Es heißt, sie hätten einst eine gewaltige Schlacht gegen die Drachen geschlagen, in welcher sie aber unterlegen waren. Daraufhin flohen sie vor den Drachen unter die Erde, wo sie bis zum heutigen Tage auf Rache sinnen. So erklären sich zumindest die Geschichtsschreiber, die Blutsfeindschaft zwischen Drachen und Myhrr.

Verhalten

Nicht ohne Grund gelten die Myhrr als eines der - wenn nicht gar die - furchtbarsten Wesen neben den Dämonen, welche in den Tiefen unter Dâse existieren. In der regel verbringen sie ihr gesamtes Dasein damit, in ihren Lagern in einem Dämmerzustand auf Beute zu lauern. Sobald diese in das Jagdgebiet des Myhrr eindringt, erwacht dieser sofort und macht sich augenblicklich daran, die Verfolgung aufzunehmen. Hierbei gehen diese Jäger zunächst lautlos vor und spähen zuerst aus, mit welchem Wesen sie es zu tun haben. Sollte die Beute ein gewisses Maß an Gegenwehr versprechen, so stellen sie sich zu einem offenem und gerechtem Kampf - so gerecht wie ein Kampf mit einem Wesen sein kann, welches alleine gegen Drachen zu kämpfen vermag.

Die Vorliebe zu heißen Orten, zeigt sich in den Lagerstädten von Myhrr. Diese befinden sich meist in unmittelbarer Nähe von Lavaflüssen und damit in sängender Hitze. Die Behausungen selbst, sind meist einfache Höhlen, welche mit unzähligen Trophäen geschmückt sind. Jede erlegte Beute, wird in den Höhlenschmuck eines Myhrr eingebaut, was zu makaberen Formationen aus Knochen, Kleidungs- und Ausrüstungsgegenständen, Körperteilen und Waffen führt, welche wohl für die meisten Lebewesen einfach nur abstoßend wirken.

Ihr Lager verlassen die schwarzen Jäger nur selten, wenn es nicht zur Jagd ist. Einzig wenn sie hungrig sind, oder der Kampf gegen einen besonders starken Magier, oder gar gegen einen Drachen in Aussicht steht, begeben sie sich auf die Reise. Dann überwinden sie sogar ihren Hass auf das Licht und begeben sich in die Höhlen nur knapp unter der Oberfläche Dâses.

Nicht nur die körperlichen Eigenschaften dieser Wesen sind beängstigend, sonder ebenfalls ihre magischen Kräfte. Über uralte Magie verfügen sie meisterlich und betrachten sich selbst, als die größten Magier. Darüberhinaus sind sie äußerst resistent gegen jegliche Magiefarben, außer weißer Lichtmagie. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, daß Myhrr keiner Konfrontation mit Magiern aus dem Weg gehen, sondern sie im Gegenteil sogar suchen. Nichts bereitet ihnen mehr hämische Freude, als eitle Magier durch ihre eigenen uralten magischen Kräfte zu zerbrechen. Es heißt, manche Myhrr halten sich sogar zur Belustigung ehemals große Magier, als Sklaven. Als Gefangene ihres eigenen zersplitterten Geists, werden sie von ihren Meistern unter grausamsten Bedingungen am Leben erhalten, um sich möglichst lange an ihren Leiden zu erfreuen.

Aber auch jegliche andere unterlegene Beute, wird von diesen sadistischen Wesen einem Spiel zugeführt, bei dem es darum geht, herauszufinden, wie viele Qualen das Opfer ertragen kann, bevor sein Lebenslicht endgültig erlischt. Anders als bei Katzen, schärfen Myhrr damit aber nicht ihre Jagdkünste, sondern erfreuen sich einzig und allein an den Qualen ihres Opfers und an den verzweifelten Versuchen, doch noch ihrem Schicksal zu entkommen.

Malvânische Wesenlehre

Einteilung nach Malvânischer Wesenlehre: Omniarkane

Zitate

"Ihr wollt mich, der ich mit ansehen mußte wie meine Männer durch einen schwarzen Schrecken dahingerafft wurden, mit Euren Folterkammern beeindrucken? Eure Folterknechte würden weinend zu ihren Müttern laufen, hätten sie gesehen, wie meine Männer den Tod gefunden haben."
-- General Rasparin Taneral

Rollenspielhinweise

Myhrr sollten ebenso spärlich wie Drachen eingesetzt werden und vielleicht sogar mit noch mehr Bedacht. Während man Drachen unter Umständen noch überraschen kann und diese in den meisten Fällen noch mit sich reden lassen, wissen Myhrr über potentielle Beute in der Regel schon lange, bevor die Beute überhaupt an die Gefahr denkt, einem Myhrr zu begegnen. Da diese Wesen gnadenlose Jäger sind und auch so gut wie nicht mit sich reden lassen, dürfte es sich als äußerst schwierig darstellen, einem Myhrr wieder zu entkommen.

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