Pie

Notizen

Pie (ausgesprochen 'pje'), die Menschen Qiemsuas.

Lebensraum

Das Waldplateau von Piemin hält für den Wanderer viele Landschaften bereit. Das bestimmende Element (neben dem Wald) sind die Flüsse und Bäche. Sie durchziehen das Plateau in Richtung Westen, um ins Meer zu münden. Der größte und schiffbarste Fluss ist Came, der Rote Strom. Der Name rührt von den vielen Ahornblättern, die der Fluss im Herbst aus den höheren Regionen zum Meer trägt. Der Ahornwald Ruaiheu wiederum liegt im Herzen des Plateaus und ist kaum besiedelt, weil dort viele Geister umherziehen. Der östliche Teil des Plateaus, der an die Himmelsmauer grenzt, ist noch bevölkerungsärmer. Hier wird der Wald, je weiter östlich man geht, immer älter und erhabener. In der Umgebung der Himmelsmauer entdeckt man deswegen sogar einige uralte Bäume, die hoch sind wie ein halber Berg und so breit wie das Grundstück eines Dorfes. Viele mythische Kreaturen beleben den Ostwald Lanheu und die Abgeschiedenheit dieses Ortes ruft auch viele Widerstandskämpfer in das Gebiet.

Städte

Feste Dörfer und Siedlungen gab es in Piemin bereits lange vor der Ankunft der Elben. Man siedelte an Flüssen und Seen und benutzte als Häuser große Zelte, die aus mit Tierfellen bedeckten Holzgerüsten bestanden. Meistens war die Siedlung von Palisaden umringt, die besonders später zur Zeit der Elbenkriege immer vielstufiger und ausgefallener wurden. Als dann die schöne Architektur in den Norden kam, erfolgte eine wahre Explosion im Bauwesen. Die neuen Häuser waren stabiler, schöner und auch praktischer, da es mehrere Zimmer in einem Haus geben konnte. In kürzester Zeit wurden die prachtvollsten Bauten aus Holz, Stein, Marmor und Lehm errichtet und die Städte wuchsen unaufhörlich. Die heutige Hauptstadt Xiamzai an der Mündung des Flusses zum Meer kann auf die gleiche Geschichte zurückblicken. Hier leben etwa 2.000.000 Einwohner, etwa 96% davon Menschen.

Geschichte

Die Frühgeschichte der Pie ist, anders als bei den Albie, kaum dokumentiert. Fakt ist, dass sich schon früh feste Sippen ausbildeten, von denen jede ihre eigenen Gesetze und Lebensführung hatten. Bei der Sesshaftwerdung führte dies dazu, dass sich an den Wasserstellen des Plateaus unabhängige Sippenherrschaften ausbildeten. Sie pflegten einen stetigen Wechsel von Krieg und Frieden oder schotteten sich von den Nachbarn ganz ab. Man könnte sagen, das Land der Menschen bestand in vorelbischer Zeit aus Kleinkönigreichen. Als nun die Albie zum ersten mal in den südlichen Königreichen empfangen wurden, ging die Kunde vom Reichtum und Glanz der Elbenstädte umher. Da die menschlichen Herrscher diese Reichtümer neideten, wurde mit der Zeit ein Pakt von fast allen Menschenkönigen unterzeichnet, das Al-bie Reich zu erobern. Doch die Habgier blendete den Realitätssinn, denn mit ihren Bronzewaffen konnten sie nichts gegen die technologisch fortgeschrittenen Albie ausrichten, außer eben den Kriegszustand. Mühelos wendeten die Elben das Blatt und schalteten ihrerseits Königreich für Königreich aus, um sie ihrem 'Imperium' anzugliedern.

Als die neueroberte Pie-min, die Menschenprovinz des Imperiums, erlebten die nördlichen Wälder einen rasanten technologischen Aufschwung. Zwar blieb das Sippensystem weitgehend erhalten, doch ermöglichten Straßen nun den Güter- und Gedankenaustausch zwischen den Städten, wobei der elbische Einfluss doch unumstritten der bedeutendste war. Vor allem die schwungvolle Architektur der südlichen Nachbarn wurde zum Standard, auch wenn die Menschen sie mit einigen eigenen Elementen versahen. Elben wurden auch zu Verwaltungszwecken in den Menschenstädten sesshaft, was fast in jeder Stadt die Herausbildung eines Elbenbezirks nach sich zog. Der Stand der Kaufleute bildete sich immer mehr heraus und so wimmelten die Gassen bald von Verkäufern und Händlern aller Art. Gerade aber seit der Einführung des Münzwesens wurde dieser Beruf für die Pie repräsentativ. Eine Redewendung der Albie über die Menschen besagt - "Das einzige, was man von einem Pie nicht kaufen kann, ist seine Seele. Und doch, wäre er zu diesem Verkauf in der Lage, so würde es nicht lange dauern bis ihr ganzes Volk aus Seelenlosen besteht."

Nach der Machtübernahme Thiufions schwanden die Profite, da die neue Regierung einen ausgesprochen hohen Steuersatz einführte, der die ganzen Gewinne wie eine große, ungebändigte Bestie verschlang. Nach der gewaltsamen Niederschlagung zahlreicher Erhebungen gegen den Thron wurde das Menschenvolk vollends in die Knie gezwungen. Die Blüte verfiel und eine Periode der Stagnation nahm ihren Anfang, die die Provinz bis heute fest umklammert. Bei den blutigen Kriegen der Imperiumserweiterung stellten die Menschen den größten Teil des Heeres - besonders gegen die Oni und Tengu.

Kultur

Schwarzpulver

Die wohl größte Erfindung, derer die Pie sich rühmen können, ist und bleibt das Schwarzpulver. Kurz nach der Einnahme des Imperiums durch den Drachen wurde die Kostbarkeit entdeckt und seitdem hat sie sich entscheidend auf den Geschichtsverlauf Qiemsuas ausgewirkt. Nur den schweren Feuerwerkskörpern der Pie-Artillerie war es im Krieg der Imperiumserweiterung zu verdanken, dass die schwer befestigten Städte der Oni eingenommen wurden. Doch auch außerhalb der Kriegsführung war das Schwarzpulver revolutionär. Denn Heutzutage nutzt ein Pie jeden Feiertag, den er lebt, dazu, sich als Pyrotechniker herauszutun. Eines solchen Nachts weden die Häuser überflutet vom farbenprächtigen Schein der Feuerwerke und es gilt, dass wer das größte und schönste Feuerwerk finanzieren kann, eine besondere Ehrung verdient. Die großartige Kunst des Feuerwerks wurde durch die Menschen legendär.

Religion

Das Pantheon der Pie ist ein vielseitiges und war früher noch ein vielseitigeres. Als nach der Ankunft der Elben die Religionen der Königreiche vereinheitlicht wurden, verschwanden einige Götter oder fusionierten mit anderen. Heute kennt der Piexiang, die Menschenreligion, 89 Gottheiten, von denen jede eine Persönlichkeit mit feststehenden Vorlieben und Charaktereigenschaften ist. Dazu kommen die 'Untergottheiten', die für den Schutz der ehemaligen Königreiche zuständig sind, sprich lokale Schutzgötter. Alle Obergottheiten besitzen eigene Tempel und werden unterschiedlich verehrt. Will man sich die Gnade des einen oder anderen Gottes erwirken, so geht man in dessen Tempel und opfert ihm auf dem Altar. Jeder bestimmt selbst, welchen Gott er anbetet. Die lokalen Schutzgottheiten müssen natürlich je nachdem, wo man lebt, auf dieselbe Weise Verehrung empfangen.

Magie

Im Gegensatz zu Elben sind die Pie nicht in der Lage, Magie zu wirken. Die einzige Ausnahme bildet die Magie der Priester, die je nach Gottheit ein bescheidenes Repertoire an Fluch- oder Segenszaubern vorweisen können. Umso mehr sind da natürlich die verzauberten Waffen der elbischen Schmiede begehrte Objekte, da sie ihrem Träger kein magisches Wissen voraussetzen. Noch heute umgarnt die Dschungelbewohner im Süden ein dichter Schleier von Mythik, wobei die Magie der Albie wohl der ausschlagsgebenste Grund ist.

Gesellschaft

Die Piemin ist hierarchisch gegliedert. Das letzte Wort hat, natürlich, Thiufion. Da der Drache aber nicht mit jeder Kleinigkeit belästigt werden darf, wird die Provinz von dem Stellvertreter desselben verwaltet. Dieser Pieminwe, Verwalter der Menschenprovinz, ist ein Albie und hat seinen Sitz in der Hauptstadt Xiamzai. Ihm unterstehen die Verwalter der 33 Unterprovinzen, die Lu(pie)minwe, die ihrem Oberhaupt monatlich einen schriftlichen Bericht über ihre Landesteile schuldig sind, die sie direkt von den Städteoberhäuptern beziehen. Der Stand der Luminwe setzt sich zusammen sowohl aus Elben, als auch aus Menschen. Unweit einer jeden größeren Stadt findet man ein massives Festungsgebäude elbischer Architektur, in dem die Kasernen der Blumengarde liegen. Deren Soldaten sind in Pie-Städten nicht so häufig anzutreffen, wie bei den Elben, doch sollte man daraus nicht den Fehlschluss ziehen, sie seien hier weniger aktiv. In Piemin gibt es keinen richtigen Adel, doch einige der überlebten Kaufmannsfamilien konnten dieses Vakuum ausfüllen und bilden bis heute die Regierung zahlreicher Städte.

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