Werwolf

Notizen

Als "Werwolf" wird ein Mensch bezeichnet, der unter dem Fluch der Lykantrophie leidet. Soweit bekannt, sind ausschließlich Mitglieder der menschlichen Rasse betroffen. Im Grunde handelt es sich also wie bei Vampiren oder wandelnden Toten nicht um eine eigenständige Kreaturenart.

Wann immer ein Werwolf von starken Gefühlen übermannt wird, kann es geschehen, dass er sich in eine Mischform aus Mensch und Wolf verwandelt und nur noch seinen Überlebensinstinkten oder seiner Blutlust folgt. Er ist stärker, zäher und weitaus schneller als ein gewöhnlicher Mensch und verfügt neben seinem wölfischen Gebiss auch über todbringende Klauen an Händen und Füßen. In dieser Gestalt hat der Betreffende so gut wie keine Kontrolle über seine Handlungen und ist weder zu komplexen Gedankengängen noch zu überlegtem, planvollem Handeln fähig. Nach der Verwandlung sind seine Erinnerungen an diese Zeit nur bruchstückhaft und verschwommen.

Ursprung: Vor langer Zeit, als die Menschen aus dem Süden in den Norden vorstießen und auf die Rashgar trafen, waren sie beeindruckt von ihrer Stärke und der Fähigkeit, sich mühelos in einen Wolf zu verwandeln. Viele von ihnen fürchteten die Rashgar und hielten sie für Dämonen, doch einige machthungrige Zauberer wollten den Gestaltwandlern ihre Macht entreißen und für sich selbst verwenden. So opferten sie in einem grausigen Ritual dutzende gefangene Rashgar und tranken ihr Blut, um deren Stärke in sich aufzunehmen. Doch das Ritual schlug fehl und die Schlächter fanden sich in wilde Bestien verwandelt wieder; unfähig, ihre menschliche Form wieder anzunehmen. Einige sagen, die Götter selbst hätten ob dieses gewaltigen Frevels das Vorhaben der Menschen zum Scheitern gebracht, andere wiederum, dass die Menschen von den Dämonen, die ihnen das Ritual verraten hätten, getäuscht worden wären. Diese Zauberer, die ersten Werwölfe, fielen ganz Sklave ihrer eigenen dunklen Triebe über die Bevölkerung des Nordens her und verbreiteten Angst und Schrecken unter ihrer eigenen Art. Schlimmer noch als der Tod war das Los, das einige derjenigen ereilte, die einen Angriff überlebten, denn sie erbten einen Teil des Fluchs: Wann immer sie die Kontrolle über sich verloren, brach die Bestie hervor und verbreitete Angst, Schrecken und unvorstellbares Leid unter den Ihren.

Seit dieser Tat ist das Blut der Rashgar für die Menschen tabu. Wann immer ein Mensch das Blut eines Rashgar trinkt oder sein Fleisch isst, kann er den Werwolffluch auf sich laden, gegen den es kein bekanntes Heilmittel gibt. Nur der Tod kann die bedauernswerte Kreatur erlösen und ihr Frieden bringen. Den Legenden der Rashgar zufolge kann sich allerdings nur ein moralisch verkommener Mensch mit dem Fluch gestraft werden, so dass die Verabreichung eines Tranks aus ihrem Blut bei einigen Sippen eine Art Gottesurteil darstellt, mit dem Menschen ihre Rechtschaffenheit unter Beweis stellen können.

Die Verwandlung: Jede starke Gefühlswallung kann eine Verwandlung herbeiführen. Neben Wut (der wohl häufigsten Ursache) können auch Angst, Trauer oder sogar Leidenschaft "den Wolf herauslocken". Neben der Intensität der Gefühle können auch äußere Faktoren eine Verwandlung begünstigen oder hemmen. So scheint die Wahrscheinlichkeit hierfür in der Nacht doppelt so groß zu sein wie am Tage und mit zunehmendem Mond noch weiter anzuwachsen. Ebenso scheinen gewisse Substanzen oder auch heilige Symbole eine gewisse Rolle zu spielen. Neben Wolfsbann, der sogar Rashgar fernzuhalten vermag, haben sich vor allem stark duftende Extrakte aus beruhigenden Pflanzen als guter Schutz gegen Werwölfe erwiesen.

Die Zeit, die es in Anspruch nimmt, die Verwandlung abzuschließen, hängt davon ab, wie sehr sich der Betreffende gegen den Wolf wehrt. Leistet er keinen Widerstand, so kann diese innerhalb weniger Herzschläge vollzogen sein, sperrt er sich dagegen, so kann er bei starkem Willen minutenlang mit dem Monster in sich ringen, während sein Körper unter großen Schmerzen groteske Verformungen durchläuft. Hat der Wolf sich schließlich seine Bahn gebrochen, so regiert er über den Körper. Dies kann mehrere Stunden dauern, aber auch schon nach knapp einer Stunde vorüber sein. Eine verlässliche Regel scheint es nicht zu geben, jedoch lässt sich wohl behaupten, dass eine Verwandlung im Allgemeinen umso kürzer dauert, je häufiger der Betreffende eine solche zulässt. Oftmals tritt eine Rückverwandlung ein, wenn der Werwolf befriedigt ist und wieder zur Ruhe kommt. Beschleunigen lässt sich dies ziemlich sicher mit beruhigenden Substanzen oder entsprechender Magie.

Spielarten des Fluchs:Kein Werwolf gleicht exakt dem anderen. So wie auch die Menschen verschieden sind, so sind es auch ihre inneren Bestien. Und ebenso wie das äußere Erscheinungsbild unterscheidet sich auch der Umgang mit dieser Krankheit - auch wenn beides in einem direkten Zusammenhang zu stehen scheint: Diejenigen, die ihr Los bereitwillig annehmen, ja vielleicht sogar Gefallen daran finden und bewusst eine Verwandlung herbeiführen, scheinen auch in ihrer menschlichen Gestalt im Laufe der Zeit immer tierhaftere Züge anzunehmen. Dagegen ähnelt die Werwolfsgestalt von Leuten, die sich gegen den Fluch wehren und alles daransetzen, ihre dunkle Seite nicht hervorbrechen zu lassen, im Laufe der Zeit immer weniger einem Wolf als vielmehr einem stark behaarten Menschen. Daher kursiert auch das Gerücht, man könne durch ein aufrichtiges, tugendhaftes Leben von dem Fluch befreit werden - auch wenn dies nachweislich noch nie jemandem gelungen ist.

ANMERKUNG: Die hier beschriebene Variante ist lediglich eine von vielen denkbaren Spielarten des Werwolf-Fluchs, wie sie in den nordöstlichen Landen verbreitet ist. Andere Gegenden oder Rassen mögen ihre eigenen Werwolflegenden und -vorstellungen haben.

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